Zementchemie

Das Verständnis der chemisch-mineralogischen Vorgänge bei der Zementherstellung und -anwendung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Optimierung des Kinkerbrennprozesses und der Produkteigenschaften. Die Forschung im Bereich der Zementchemie orientiert sich an aktuellen Fragestellungen und umfasst sowohl die Beurteilung und Optimierung von Zementhauptbestandteilen als auch die Entwicklung von Prüfverfahren und Messmethoden.

Beurteilung und Optimierung von Zementhauptbestandteilen

Ein Schwerpunkt der aktuellen Forschung ist der Einfluss von Ersatzbrennstoffen auf die Klinker- und Zementeigenschaften. Die Auswirkungen des mit dem Einsatz von Tiermehl verbundenen Phosphateintrags in den Klinker auf die Produktqualität wurden umfassend untersucht und die Ergebnisse u. a. in Form einer Dissertation dargestellt. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Hüttensanden. Diese Arbeiten sollen den Zusammenhang zwischen der chemischen Reaktivität des Hüttensands und der Druckfestigkeitsentwicklung der damit hergestellten Zemente klären.

Entwicklung von Prüf- und Messverfahren

Das Forschungsinstitut ist an Untersuchungen beteiligt, die zum Ziel haben, die Rietveld-Verfeinerung als Analyseverfahren für die Eigenüberwachung in Zementwerken zu validieren. Auch in die Arbeiten zum neuen europäischen Prüfverfahren EN 196-10 zur Bestimmung des wasserlöslichen Chromats in Zementen und zementhaltigen Zubereitungen ist das Forschungsinstitut eingebunden. Weitere Aktivitäten bestehen in der Entwicklung von Schnellprüfverfahren für die Bestimmung der Sulfatbeständigkeit von Zementen und der Entwicklung der Wärmeflusskalorimetrie als Alternativverfahren zum Lösungswärmeverfahren.

   

Stand: 05.02.2012